Antibabypille

Antibabypille

Die Antibabypille zählt zu den sichersten und am häufigsten eingesetzten Verhütungsmitteln für Frauen. Jede dritte Frau setzt auf die eine oder andere Form der Pille. Der Grund: Für 91 Prozent der Frauen, ist Sicherheit, gefolgt von der einfachen Anwendung, das wichtigste Merkmal ihrer Verhütungsmethode.

Dabei wird zwischen zwei Arten unterschieden: Mono- und Kombinationspräparate. Nahezu alle Präparate enthalten die Hormone Östrogen oder Gestagen, wobei die klassische Pille aus beiden Hormonen kombiniert ist. Das Gleiche gilt für die Mikropille, jedoch sind hier die Hormonmengen niedriger. Monopräparate, die auch als Minipille bezeichnet werden, enthalten lediglich das Hormon Gestagen.

Wie wirkt die Antibabypille?

Die Antibabypille enthält künstlich hergestellte Geschlechtshormone, die zu weitgehend konstanten Hormonspiegeln führen. Insbesondere Pillen, welche aus Östrogenen und Gestagenen kombiniert sind, unterdrücken die Regelung aufgrund der übergeordneten Steuerhormone. Dadurch unterbleibt die Eireifung und vor allem entfällt der LH-Anstieg (luteinisierende Hormon). Somit findet im Normalfall auch kein Eisprung, das heißt keine Ovulation mehr statt.

Die Gestagene in der Antibabypille führen dazu, dass der Schleim am Muttermund für die Spermien undurchlässiger wird, damit diese nicht in die Gebärmutter gelangen können. Bei einem Eisprung wird das Risiko einer möglichen Befruchtung zudem dadurch verringert, dass die Eileiter stillgelegt werden. Die Gebärmutterschleimhaut baut sich nicht mehr auf, wodurch sich ein Ei, das eventuell doch befruchtet ist, nicht mehr einnisten kann.

Dreifacher Schutz mit der Antibabypille

Drei Gründe machen diese Verhütungsmethode somit zu einem der sichersten und lassen diese sehr gute Werte beim Pearl-Index erzielen:

  • Kein Eisprung
  • Kein Einnisten
  • Undurchlässig für Samen

Was ist der Pearl-Index?

Der Pearl-Index misst die Verlässlichkeit verschiedener Verhütungsmaßnahmen, wodurch diese verglichen werden können. Mit einem Pearl-Index-Wert von 0,1 ist die Antibabypille das sicherste Verhütungsmittel. Mit der Antibabypille wird somit nur eine von 100 Frauen in einem Zeitraum von 12 Monaten schwanger. Kondome haben einen Pearl-Index von 0,2.

Welche Pillenarten gibt es?

Es sind verschiedene Hormonpräparate erhältlich, die sich in der Zusammensetzung und der Dosierung unterscheiden. In der Regel sind es heutzutage niedrig dosierte Kombinationspillen, die eine Kombination aus Östrogen und Gestagen enthalten (Mikropillen). Des Weiteren gibt es Minipillen, welche lediglich Gestagen enthalten. Der Anteil des Gestagen bestimmt wie gut eine Pille vertragen wird.

Mikropille (Kombinationspräparat)

Kombinationspräparate aus dem Östrogen und Gestagen umfassen die Ein- und Mehrphasenpräparate, wobei die Mehrphasenpräparate zusätzlich in Zwei-, Drei- sowie Vierphasenpräparate unterteilt werden. Bei den Einphasenpräparaten enthalten alle Dragees der Packung dieselben Hormone in der gleichen Menge. Zweiphasenpräparate hingegen sind zum Beispiel so ausgelegt, dass die ersten Tabletten einer Packung lediglich Östrogen enthalten und in den folgenden Tabletten noch ein Gestagen in einer festen Dosis dazukommt. Allerdings kann das Gestagen ebenso von der ersten Tablette an dabei sein. Es steigt dann stufenweise an, während die Östrogendosis wieder sinkt. Die mehrphasigen Präparate enthalten Tabletten mit unterschiedlichen Hormonmengen, die genau aufeinander abgestimmt sind. Dies soll dem natürlichen Zyklus nahe kommen. Die Pillen müssen in der vorgeschriebenen Reihenfolge eingenommen werden. Das enthaltene Östrogen ist meistens der synthetische Stoff Ethinylestradiol, bei dem es sich um einen Abkömmling des Östrogens Estradiol handelt. Es gibt zudem Präparate mit Estradiol, wobei der Gestagenanteil von verschiedenen Gestagenarten gebildet wird.

Bekannte Marken der kombinierten Antibabypille sind Yasmin, Cilest, Diane-35, Mercilon und Microgynon. Kombinierte Pillen werden täglich zur gleichen Tageszeit eingenommen. Am Ende der Packung wird eine Pillenpause von einer Woche gemacht oder Plazebopillen eingenommen. In dieser Phase findet eine (Entzugs-) Blutung statt.

Einphasenpräparate werden am häufigsten eingesetzt. Die Zwei- und Dreiphasenpräparate passen sich dem Zyklus der Frau besser an, da diese, abhängig von der Zykluswoche, eine andere Zusammensetzung von Östrogen und Gestagen enthalten bzw. nur das eine oder andere Hormon. Die Verträglichkeit wird dadurch gesteigert.

Auch das Verhütungspflaster Evra Pflaster und der NuvaRing enthalten Östrogen und Gestagen. Im Gegensatz dazu enthalten Minipille, Verhütungsstäbchen, Dreimonatsspritze und Hormonspirale nur ein Hormon, nämlich Gestagen.

Minipille (Monopille)

Minipillen enthalten lediglich niedrig dosierte Gestagene, wodurch die möglichen Östrogen-Nebenwirkungen entfallen, wie zum Beispiel die Antibabypille Cerazette. Sie verdickt die Gebärmutterschleimhaut und verhindert so das Eindringen des Spermas. Durch das Fehlen von Östrogen verhindert sie den Eisprung nicht. Sie ist nur bei sehr regelmäßiger Einnahme (12 Stunden) sicher.

Minipillen sind Präparate mit Levonor- oder Desogestrel erhältlich, wobei Desogestrel höher dosiert ist. Minipillen funktionieren insbesondere über die Wirkungen des Gestagens am Schleimpfropf, an den Eileitern und der Gebärmutter weniger, indem die übergeordneten Steuerhormone beeinflusst werden. Die Desogestrel enthaltende Minipille hingegen hemmt auch den Eisprung. Die entsprechenden Minipillen werden ebenso als östrogenfreie Ovulationshemmer bezeichnet. Die Minipille wird beispielsweise verwendet, wenn Östrogen nicht gut vertragen wird. Die Minipille eignet sich auch in der Stillzeit zur Empfängnisverhütung, denn die Milchbildung oder -qualität werden nicht verändert. Zudem nimmt der Säugling sehr geringe Wirkstoffmengen davon auf.

Welche Vor- und Nachteile hat die Pille?

Die Antibabypille ist nicht umsonst seit vielen Jahren die beliebteste Verhütungsmethode. Sie bietet Frauen eine Reihe an Vorteilen in ihrer Verhütung, Tag für Tag.

Vorteile

Der große Vorteil der Pille ist natürlich, dass sie vor einer unerwünschten Schwangerschaft schützt. Zudem haben Frauen, welche die Pille einnehmen, regelmäßigere und schwächere Blutungen. Auch Frauen mit schmerzhaften Regelblutungen profitieren von der Einnahme.

Das Gleiche gilt für Frauen mit Zystenbildungen an den Eierstöcken. Die Fruchtbarkeit wird durch die Pille nicht beeinflusst, denn auch nach der Beendigung einer langjährigen Einnahme können die Frauen schwanger werden. Manchmal dauert es jedoch nach dem Absetzen der Pille eine Weile, bis sich der Zyklus der Frau wieder normalisiert. Auch beobachtet werden konnte, dass sich einige Gestagene mit einem antiandrogenen Effekt auf die Haut und Haare positiv auswirken und auch einige Formen von Unterleibsentzündungen seltener auftreten. Die Pille könnte laut Studien vor Eierstock- und Gebärmutterkrebs schützen.

Patientinnen, die unreine, fettige Haut oder Akne haben oder damit kämpfen ihr Gewicht unter Kontrolle zu bringen können in manchen Fällen von der Einnahme der Antibabypille profitieren.

Hier nochmals im Überblick:

  • Hohe Sicherheit Zuverlässigkeit: nahezu 100%igen Schutz, Pearl-Index 0,1
  • Komfortabel Einfach: Verhütungsschutz ist unabhängig vom Zeitpunkt des Sex.
  • Linderung von Menstruationsbeschwerden und -blutung (PMS, Krämpfe)
  • Regelmäßigkeit Gute Zykluskontrolle: Auf den Tag planbare Periode, Regelmäßigkeit und Sicherheit
  • Einfaches Verschieben der Menstruation
  • Keine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit

Nachteile der Mikropille

Zu einem Nachteil zählt das erhöhte Thromboserisiko (Gerinnsel in einem Blutgefäß). Eine Thrombose gehört zu den schwerwiegendsten Komplikationen, welche in Zusammenhang mit der Pille auftreten können. Die folgenden Faktoren können dieses Risiko erhöhen:

  • Rauchen und starkes Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Eine erbliche Vorbelastung
  • Langstreckenflüge

Die Einnahme der Pille muss jeden Tag etwa zur gleichen Zeit erfolgen. Dies hängt nicht davon ab, ob Geschlechtsverkehr stattfindet. Dies sehen manche Frauen ebenso als einen Nachteil, da es eine hohe Disziplin erfordert. Bei Krankheiten ist der Schutz verringert, beispielsweise Durchfall und Erbrechen. Das Gleiche gilt bei der Einnahme bestimmter Medikamente. Vor Geschlechtskrankheiten schützt die Pille nicht, zum Beispiel AIDS, Syphilis oder Hepatitis. Die Einnahme der Pille kann vereinzelt dazu führen, dass sich die Lust auf Sex verringert.

Wie nimmt man die Antibabypille ein?

Die Einnahme der Antibabypille ist vom Präparat abhängig. Bei den mono-, bi- und triphasischen Pillen wird täglich und über einen Zeitraum von 21 Tagen des menstrualen Zyklus eine Pille eingenommen und anschließend wird eine siebentägige Pause eingelegt. Während der Pause ist der Schutz vor einer Schwangerschaft ebenso gegeben. Die tägliche Pille und die Minipille werden die vollen 28 Tage eingenommen. Die Antibabypille sowie die Minipille sollten täglich zur gleichen Zeit eingenommen werden, damit sich eine Routine einstellt und die Einnahme nicht vergessen wird. Es spielt keine Rolle, ob die Pille nach Mahlzeiten oder auf nüchternem Magen eingenommen wird.

Die Eingewöhnungszeit

Der Körper muss sich erst an die Antibabypille gewöhnen. Mit einem Zeitraum von drei Monaten sollten Frauen rechnen und dabei Geduld haben.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Nebenwirkungen sind gewöhnlich gering und selten. In den Anpassungsphase (die ersten 3 bis 6 Monate) können Zwischenblutungen, Brustspannen oder Übelkeit auftreten. Manche Frauen beobachten eine plötzliche Gewichtszunahme, da Östrogene dazu führen können, dass bis zu 3 Kilogramm Wasser in das Gewebe eingelagert werden. Bei Pillen, die Drospirenon enthalten, ist dieses Risiko geringer. Zudem können die enthaltenen Hormone in der Pille den Appetit verändern. Manchmal tritt während der Blutung Migräne auf, die vermutlich durch den Östrogenabfall hervorgerufen wird.

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