Kommunikation und Stress

Wir kommunizieren täglich mit verschiedenen Personen, heute sogar intensiver als früher. Die Kommunikation ist dabei ein wichtiger Bestandteil unseres Daseins, denn ohne sie, würde es dem Menschen nicht gut gehen. Jeder für sich und ohne Kommunikation ist also nicht denkbar und schon gar nicht in unserer heutigen Gesellschaft. Diese lebt nämlich von der Kommunikation, die sich uns in dieser digitalisierten Zeit zur Verfügung stellt. Aber: Kommunikation kann auch Stress verursachen, nämlich dann, wenn diese zu viel wird oder nicht mehr verarbeitet werden kann. Kommunikation hat deshalb auch etwas mit Aufnahmefähigkeit zu tun, sie ist anstrengend, erfordert Konzentration und die Bereitschaft sich dem Kommunikationspartner anzupassen.

Kommunikation früher und heute

Man lobt sehr häufig die guten alten Zeiten, in denen die Kinder noch keine Smartphones brauchten und man sich mit Hilfe eines mühevoll geschriebenen Briefes über die letzten Tage austauschte. Die Kommunikation zu 100erten von Menschen war gar nicht möglich, schon gar nicht innerhalb eines Tages. Man traf den Nachbarn auf dem Weg zum Bäcker, unterhielt sich ein paar Minuten und zog dann weiter. Die Familie war morgens und abends, vor und nach der Schule oder Arbeit, die Kommunikationsgrundlage. Und tagsüber waren es Schulfreunde und Arbeitskollegen, mit denen die tägliche Kommunikation stattfand. Danach war man für sich, ging eigenen Aktivitäten oder Gedanken nach.

Heute sieht das Weltbild leider anders aus, – die Zeiten sind voll mit Kommunikationsmöglichkeiten, was einerseits ein großer Nutzen, andererseits auch ein gewisses Maß an Gefahren mit sich bringt. Wir sind 24 Stunden erreichbar, unser Smartphone ist immer in unserer Nähe, wir können innerhalb weniger Sekunden Nachrichten oder Anrufe tätigen, die auch noch kostenfrei sind. Wir sind in der Lage via. Gruppenchats im Internet mit mehreren Personen gleichzeitig zu kommunizieren. Unsere Freundesliste bei Facebook, Twitter und Co. ist so lang, dass wir täglich zahlreiche neue Leute kennen lernen, mit denen wir alle eine neue Kommunikationsebene suchen müssen. Das Internet, die Telekommunikation und die schnellen Lösungen mit Menschen aus aller Welt immer und überall in Kontakt zu sein, machen es uns schwer, NICHT in Kommunikation zu sein.

Was hat Kommunikation mit Stress zu tun?

Und heute ist es eine Kunst nicht erreichbar zu sein. Denn nicht selten kommt es vor, dass diese tägliche Informationsflut, welche bereits in den frühen Morgenstunden beginnt und erst spät in der Nacht endet, uns überfordert. Sie stresst uns, anfänglich unbewusst, später bemerken wir diverse Stressauffälligkeiten.

Stress und Kommunikation liegen nahe beieinander. Wir fühlen uns bald verpflichtet, immer auf alles zu reagieren. Jede Nachricht muss zeitnah beantwortet werden, ob wir wollen oder nicht. Schließlich möchten wir niemanden verärgern. Tägliche Anrufe oder E-Mails wollen entgegengenommen werden – sofort und jetzt! Die privaten Kontakte ziehen sich immer mehr zurück, eine Kommunikation mit nur einem Menschen in einem persönlichen realen Umfeld ist kaum noch vorhanden. Die Folgen sind Stress. Wir kommen nicht mehr hinterher, es allen Menschen Recht machen zu wollen. Wir schaffen es nicht, unseren 600 Freunden bei Facebook täglich unsere Aufmerksamkeit zu schenken.

Und das müssen wir auch nicht. Beschränken wir uns auf die wesentlichen Kommunikationsebenen. Konzentrieren wir uns wieder auf die reellen Begegnungen mit Menschen. Lernen wir, nicht erreichbar zu sein, die virtuelle Welt nicht immer an unserem Leben teilhaben zu lassen. Und dann kann auch der Stress nicht mehr mit der Kommunikation in Verbindung gebracht werden. Denn eigentlich ist die Kommunikation nichts Negatives, solange sie in einem natürlichen Rahmen liegt.

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