Detox-Kuren – Modeerscheinung oder Wohltat?

Detox – dieser Begriff ist heute in voller Munde und doch fragt man sich, ist das nur ein Mythos oder hilft eine Detox-Kur wirklich? Fühlt man sich danach tatsächlich frischer, stärker und regeneriert?

Fakt ist, sich gesund zu ernähren, kann nie schaden. Für optimale Ergebnisse sollte man dies natürlich über einen längeren Zeitraum tun und nicht nur während einer 7-Tage-Detox-Kur , doch die Grundprinzipien der Entgiftung basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Unser Körper nimmt Giftstoffe auf, beim Einatmen, beim Verschlucken oder auch über die Haut. So speichern sich mit der Zeit Schadstoffe in Nieren, Leber oder auch im Gehirn, die über Lunge, Darm und Haut ausgeschieden werden. Diese Toxine haben die verschiedensten Auswirkungen auf den Körper, darunter Atemwegserkrankungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder auch Schwächung des Immunsystems und oxidativer Stress, welcher für die Zellalterung verantwortlich sein kann.

Detox

Wie kann man die Aufnahme dieser Giftstoffe reduzieren und wie wird man die gespeicherten Schadstoffe los?

Giftstoffe im Alltag vermeiden

Schadstoffe sind überall in der Umwelt, das lässt sich nicht mehr ändern. Jedoch kann man die Aufnahme mindern. Und so geht’s:

Leicht- und Schwermetalle vermeiden

Aluminium steckt nicht nur in Alufolie, sondern auch in Lebensmitteln oder Kosmetikprodukten, die wir tagtäglich essen oder benutzen. Fleisch, Getreide und Hülsenfrüchte, aber auch Medikamente, Reinigungsmittel, Cremes und Deos können Metalle beinhalten. Mittlerweile werden auch Produkte ohne Aluminiumsalze angeboten, diese sind auch als solche gekennzeichnet. Darüber hinaus sollte man auf Alufolien und Alu-Geschirr verzichten. Was Kosmetikprodukte angeht, ist es empfehlenswert, das Etikett genauer zu lesen: Parabene, Natriumsulfat, Siloxane, Petrolatum und Aluminium sind Inhaltstoffe, die gemieden werden sollten.

Achtung bei BPA

Bisphenol A ist in vielen Lebensmittelverpackungen vorhanden, ob in Konservendosen oder Plastikflaschen, sogar in Kassenzetteln. Um mit Bisphenol A nicht in Kontakt zu kommen, sollten Lebensmittel nicht in deren Verpackung erhitzt werden und lieber in Edelstahl oder Glasbehälter gelagert werden. Auch sollte man auf Nahrung aus Konservendosen verzichten.

5 Tipps – Detox im Alltag

  • Shampoos und Seifen aus natürlichen Zutaten, wie Kokos, Glycerin oder Saponinen statt handelsüblichen Produkten
  • Holzboden, Kork oder Teppiche aus Baumwolle ohne Klebstoffe statt herkömmliche Teppiche aus synthetischen Fasern
  • Organische, unbehandelte Bettwäsche statt Bettwäsche mit Farbstoffen, Bleich- und Flammschutzmittel
  • Umweltfreundliche Reiniger wie Backpulver, Zitrone, Essig und Efeublätter statt chemische Reinigungsmittel
  • Deodorants ohne Aluminium, biologische Zahnpasta und Cremes aus Kokos-, Argan-, Sesamöl oder Shea Butter

Eine Detox-Kur neben einer gesunden Lebensweise

Giftstoffe können auch aus der Nahrung über den Darm aufgenommen werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, auf die Qualität und die Menge der Lebensmittel, die man zu sich nimmt, besonders zu achten.

Schadstoffkontrollierte Bio-Qualität

Bio-Produkte sind im Handel durch verschiedene Siegel erkennbar, darunter das deutsche und das europäische Bio-Siegel. Im biologischen Anbau sind chemisch-synthetische Pestizide, wie etwa Insektizide gegen Insekten, Fungizide gegen Pilze und Herbizide gegen Unkräuter verboten. Neben Blei, Radionukleiden und Quecksilber zählen Pestizide zu den gefährlichsten Umweltgiften.

Vitamine und Mineralstoffe

Hausgemachte Smoothies aus frischem Obst und Gemüse wie Brokkoli, Spinat, Äpfel, Avocados und Fenchel enthalten wichtige Nährstoffe wie Zink, Eisen und Mangan, die den Säure-Basen-Haushalt ausgleichen können. Auch Beeren enthalten viel Vitamin C, ein Antioxidans, welches Zellen vor freien Radikalen schützen kann. Bestimmte Lebensmittel beschleunigen die Entgiftung, darunter zählen Zitrusfrüchte, Löwenzahn, grünes Blattgemüse, Knoblauch und Kohl.

5 Tipps – Detox in der Ernährung

  • Alkohol, Softdrinks und Kaffee sind säurebildend und können den Körper belasten. Wasser und ungezuckerter grüner Tee helfen bei der Ausleitung der Gifte.
  • Fertigprodukte und süße Backwaren vermeiden. Lieber Rohkost, gedämpftes Gemüse und unterstützende Superfoods wie Chlorella, Spirulina, grüner Tee, Moringa und Brennnesselblätter und Scharfstoffe wie Ingwer und Chili zu sich nehmen.
  • Tierisches Protein und Milchprodukte vermeiden, da diese die Nieren zusätzlich belasten.
  • Ungesättigte Fettsäuren aus Nüssen, Avocados, Fisch und Leinsamen statt gesättigte Fettsäuren
  • Kaltgepresste Öle wie Kürbiskern- und Sesamöl, statt Frittiertes

Selbstverständlich ist eine Detox-Kur auch nur dann wirksam, wenn gesunde Ernährung keine Ausnahme ist. Denn ein ungesunder Lifestyle hat nicht nur negative Auswirkungen auf den Körper, sondern auch auf den Geist und die Stimmung. Ein gut organisierter Tag hilft gegen zusätzlichen Stress, ausreichender Schlaf sorgt für Energie und Sport für Glückshormone. Damit eine Detox-Kur effektiv ist, ist es wichtig, eine ganzheitliche Entgiftung zu machen, die sich nicht nur auf gewisse Bereiche einschränkt. Detoxen ist nicht nur im Haushalt und in der Ernährung möglich, sondern auch im sozialen Umfeld. So hilft es, sich mit positiven Menschen zu umgeben, da Stress und Streitigkeiten genauso Gift für die Seele sein können.